Estnischsprachige Studiengänge sind an öffentlichen Hochschulen kostenlos, und an der Universität Tartu sind 16 von 25 englischsprachigen Masterstudiengängen für EU-Bürger gratis; Studierende von außerhalb der EU zahlen an der TalTech 1.900 bis 4.200 € pro Semester (2026/27). Estland hat 18 Hochschulen und mehr als 150 Studiengänge auf Englisch. Hier findest du Bewerbungsfristen, typische Lebenshaltungskosten und die Regeln fürs Jobben neben dem Studium.

Estland ist klein, hat aber eine gute Auswahl an Hochschulen. Das Portal Study in Estonia (betrieben von der Bildungs- und Jugendbehörde Harno) zählt 18 davon:
Die meisten bieten Studiengänge auf Englisch an – insgesamt mehr als 150 Bachelor- und Masterprogramme. Nur wenige, etwa die Militär- und Sicherheitsakademien und die theologischen Seminare, unterrichten ausschließlich auf Estnisch.
Estland folgt dem dreistufigen Bologna-System:
Alle Doktoratsprogramme in Estland sind kostenlos. Das Studienjahr beginnt Ende August oder Anfang September – an der Universität Tartu starten die Bachelorkurse am 31. August.
Estland – Bachelorstudiengänge
Estland – einstufige Studiengänge
Estland – Masterstudiengänge
Estland – Promotionsstudiengänge
Die meisten estnischen Hochschulen nehmen Bewerbungen über die gemeinsame Plattform DreamApply an. Mit einer Bewerbung kannst du dich für mehrere Studiengänge an mehreren Hochschulen bewerben. Nachdem du das Formular abgeschickt hast, wollen manche Hochschulen noch einen Ausdruck der Bewerbung mit beglaubigten Kopien deiner Dokumente – der muss vor Fristende ankommen.
Die Bewerbungsgebühr liegt meist zwischen 0 und 120 € und wird nicht erstattet, auch wenn du nicht zugelassen wirst.
Die Fristen legt jede Hochschule selbst fest. An der Universität Tartu zum Beispiel startet die Bewerbung für englischsprachige Studiengänge am 2. Januar und endet am 15. März (Master), am 15. April (Bachelor und Medizin) und am 15. Mai (Doktorat). Verspätete Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Wer einen estnischen Schulabschluss hat, bewirbt sich über das nationale System SAIS – in Tartu ab dem 1. Februar. Kommst du von außerhalb der EU, bewirb dich so früh wie möglich: Den Zulassungsbescheid brauchst du für den Visumantrag, und das dauert (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Meist lädst du dein Schulabschlusszeugnis (für den Master dein Bachelorzeugnis), eine Notenübersicht, eine Kopie deines Ausweises und ein Sprachzertifikat hoch. Was die Hochschule genau für Dokumente aus deinem Land verlangt, steht in der Beschreibung des Studiengangs.
Für viele Studiengänge reichen deine Dokumente, aber die Hochschulen können einen Aufnahmetest, ein Gespräch oder ein Portfolio verlangen – das hängt vom Studiengang ab, lies also seine Beschreibung genau. Wenn du an ein Doktorat denkst, musst du vor der Bewerbung eine Betreuerin oder einen Betreuer finden.
Für estnischsprachige Studiengänge brauchst du Estnisch auf dem Niveau, das deine Hochschule festlegt. Das kann sich lohnen, denn Vollzeitstudiengänge auf Estnisch sind an öffentlichen Hochschulen kostenlos (siehe: Studiengebühren).
Die meisten internationalen Studierenden wählen aber einen der mehr als 150 Studiengänge auf Englisch. Estnische Hochschulen akzeptieren die gängigen Zertifikate, darunter IELTS und TOEFL. Achte auf die Details: Die Universität Tartu zum Beispiel akzeptiert den TOEFL ITP nicht. Die Mindestpunktzahl findest du in der Beschreibung des Studiengangs. Alle Studiengänge kannst du in der Suchmaschine von Study in Estonia durchsuchen.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR brauchen kein Visum und keinen Aufenthaltstitel – du reist mit Personalausweis oder Reisepass ein. In Estland hast du zwei Pflichten:
Studierende von außerhalb der EU/des EWR beantragen zuerst ein Visum D für einen langfristigen Aufenthalt bei einer estnischen Botschaft oder einem Konsulat; laut Study in Estonia dauert die Bearbeitung 10–30 Kalendertage. Dauert dein Studium länger als ein Jahr, beantragst du nach der Ankunft bei der PPA eine befristete Aufenthaltserlaubnis zum Studium – sie kann für bis zu 5 Jahre erteilt werden. Du brauchst unter anderem den Zulassungsnachweis, eine Krankenversicherung und einen Nachweis über ausreichendes legales Einkommen – 2026 880 € im Monat (das Vierfache des estnischen Existenzminimums). Die staatliche Gebühr beträgt 2026 120 € für das Visum D und 225 € für die Aufenthaltserlaubnis. Innerhalb eines Monats nach Erhalt der Erlaubnis musst du deine Adresse im Bevölkerungsregister anmelden.
Krankenversicherung: Internationale Studierende sind nicht über die estnische Krankenkasse (Haigekassa) versichert, außer sie arbeiten in Estland. Bist du in einem anderen EU-Land versichert, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Die EHIC deckt keine private Behandlung und zum Beispiel auch keinen Rücktransport in dein Heimatland, deshalb lohnt sich eine private Zusatzversicherung. Für Studierende von außerhalb der EU ist die Krankenversicherung Voraussetzung für Visum und Aufenthaltserlaubnis.
Vollzeitstudiengänge auf Estnisch sind an öffentlichen Hochschulen kostenlos – das bestätigt zum Beispiel die Universität Tartu. Auch alle Doktoratsprogramme sind kostenlos.
Für englischsprachige Studiengänge zahlst du meist Gebühren. Laut Study in Estonia kostet ein Bachelor- oder Masterstudium 1.500 bis 15.000 € pro Jahr, am teuersten sind Medizin, Jura, Management und Sozialwissenschaften. Die Hochschulen dürfen von EU- und Nicht-EU-Studierenden unterschiedliche Gebühren verlangen, und manche Studiengänge sind kostenlos. Beispiele:
Studierende von außerhalb der EU zahlen an der TalTech 2026/27 je nach Studiengang 1.900 bis 4.200 € pro Semester. Die Gebühren ändern sich jedes Jahr – den aktuellen Betrag findest du auf der Seite des Studiengangs.
Laut Study in Estonia gibt eine Studentin oder ein Student meist 300–500 € im Monat aus – die Zahl stammt aber aus einer Umfrage von 2019, plane also mit Puffer. Grob gerechnet:
Die Wohnheime werden von den Hochschulen selbst betrieben, z. B. von der TalTech und der Universität Tartu – einen Platz beantragst du über ihre Portale. Meist sind das zwei Doppelzimmer mit Kochnische und Bad für bis zu 4 Personen; Bettwäsche und Geschirr bringst du selbst mit. Wohnungen findest du auf kv.ee und city24.ee. Mietest du privat, rechne mit einer Kaution von bis zu drei Monatsmieten.
Am leichtesten bekommst du für ein Studium in Estland eine Befreiung von den Studiengebühren: Die Hochschulen vergeben einen Teil der Plätze in englischsprachigen Studiengängen gebührenfrei, und die Universität Tartu bietet in ausgewählten Studiengängen außerdem Ermäßigungen von 25, 50 oder 100 %.
Die aktuelle Liste findest du bei Study in Estonia – Stipendien.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in Estland ohne Genehmigung arbeiten, auch während des Studiums.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR im Vollzeitstudium brauchen ebenfalls keine eigene Arbeitserlaubnis – solange der Job das Studium nicht beeinträchtigt, sie etwa 30 ECTS pro Semester schaffen und in der Regelzeit fertig werden. Nach dem Abschluss haben sie noch 9 Monate Zeit, um einen Job zu finden.
Jobs auf Englisch findest du bei Work in Estonia und auf den Jobportalen CV Keskus und CV.ee. Auch ein Besuch beim Career Center deiner Hochschule lohnt sich.
Estland – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.